+Taylor+

PitaPata Cat tickers

Tilly* Taylor *
*09.08.2006  +24.03.2008

Mein geliebter Taylor.. lange habe ich überlegt, was ich hier nun über ihn schreibe. Ich finde einfach keine Worte, die ihm würdig wären. Er war einfach mein kleines, süßes Mamakind. Er war Fremden gegenüber immer etwas reserviert, aber im Grunde war er ein kleiner Frechdachs, der auch immer was zu plappern hatte. Wir standen morgens auf mit seinem Plappern und schliefen abends damit ein. Plappern.. oder sollte ich es meckern nennen? Meckern konnte er phantastisch :-)

Er war ein fröhlicher und lustiger kleiner Kerl und absolut vertrauensselig uns gegenüber – wie Tomlyn auch. Dabei dachte ich zu Beginn, dass er vielleicht länger braucht, um uns gegenüber aufzutauen. Als wir ihn und Tomlyn mit 8 Wochen das erste Mal bei Angela (der Züchterin meiner Jungs) sahen, sah es wirklich nicht so aus, als ob Taylor schnell Vertrauen zu uns fassen würde. Wir haben ihn eigentlich auch kaum gesehen. Er zog es vor, sich nicht in unserem Blickfeld aufzuhalten ;) Tomlyn hingegen wuselte um uns herum, kletterte an meinen Beinen hoch, machte es sich auf meinem Schoß gemütlich, schenkte mir einen langen Blick aus seinen blauen Augen um dann schlussendlich bei mir einzuschlafen :-)

Aber Taylor war eben etwas reservierter.

Am 10.11.2006 war endlich der große Tag, an dem die Beiden bei uns einzogen. Ich wartete ungeduldig am Fenster und als sie endlich um kurz nach 10.00 Uhr ankamen, habe ich Taylor schon im Auto meckern gehört :-) Bei uns oben angekommen, sind sie erstmal rausgestiefelt – etwas unsicher noch – und haben sich ein Plätzchen zum schlafen gesucht! Waren wohl sehr geschafft von der „langen“ Autofahrt zu uns ;)

Tatsächlich haben wir sie erst abends wieder gesehen (sie schliefen im Bettkasten). Auch hier: Tomlyn war der Mutige und kam sofort hervor, beschnupperte mich kurz und fing dann schon an, mich zu beschmusen. Ich war selig. Taylor war anders. Er war sehr aufgeregt und sehr schüchtern. Er musste sich sogar übergeben… er brauchte ein paar Stunden länger, doch dann zeigte sich sein wahrer Charakter. Und der war einfach wundervoll. Frech, vorwitzig, verspielt und extrem verschmust.

Leider hat er in seinem ganzen Leben immer „HIER!“ gerufen, als es an die Verteilung von Krankheiten ging.. in der ersten Woche nach dem Einzug erwischte ihn ein Infekt.. Mein armer kleiner Schatz, wollte nichts mehr essen, nicht spielen und war sehr apathisch. Beim Tierarzt bekam er eine Spritze und schon ein paar Stunden später konnte man sehen, wie es ihm wieder besser ging. Juhu! Aber natürlich steckte sich Tomlyn an… war ja klar ;) Aber auch das war schnell ausgestanden.

Bis zu Taylors Hornhautverletzung wenige Zeit später. Die Beiden haben wohl etwas zu wild gekämpft und dabei hat Tomlyns Kralle Taylors Auge etwas geritzt :( Viermal am Tag bekam Taylor zwei verschiedene Salben ins Auge geschmiert.. das Auge sah so schlimm aus. Aber auch das war dann irgendwann ausgestanden.

Doch – natürlich – kam was Neues. Die erste Bindehautentzündung. Schon wieder Salbe..

Dann, im Frühjahr letzten Jahres, bemerkte ich beim ausgiebigen Schmusen mit Taylor einen Knubbel in seiner Kniekehle.. Also wieder ab zum Tierarzt. Der war erstaunt, dass ich das überhaupt gefühlt habe. Es war ein geschwollener Lymphknoten. Erst wurde versucht, durch Gabe von Antiobiotika, eine Verkleinerung herbeizuführen. Doch leider geschah dies nicht in zufriedenstellendem Maße. Also sagte unser Tierarzt, dass er den Knoten gern entfernen und einschicken würde.. oje.. eine OP!!! Das, wo ich doch kurz vorher erst von der angeblichen Narkosemittelunverträglichkeit bei Maskenkatzen gelesen habe. Aber nützte nix, der Knoten sollte raus. Was habe ich für Ängste ausgestanden.. aber er hatte die OP gut überstanden. Zwei Wochen später (!) kam dann auch endlich das Ergebnis aus dem Labor… es konnte nichts Genaues festgestellt werden. Scheinbar nur eine „Entzündung“..

Heute weiß ich, dass sich Entzündungen irgendwie durch sein ganzes Leben schlängelten..

Aber danach war erstmal Ruhe mit Allem.. sobald ein kleines Matschauge ;) auftauchte, habe ich homöopathische Augentropfen gegeben und am nächsten Tag war wieder alles in Ordnung.

Irgendwann fiel mir auf, dass sein Zahnfleisch leicht gerötet war. Na super, eine Zahnfleischentzündung. Beim Impftermin im September 2007 meinte unsere Ärztin aber, dass es noch nicht so schlimm sei und ich es weiter beobachten soll.

Im September 2007 sind wir auch umgezogen – endlich in eine Wohnung mit Balkon! Was war das für eine Freude für die T-Brothers.. sie fühlten sich hier sehr wohl und der Balkon wurde auch sehr geliebt – auch lautstark bekundet, wenn man raus wollte ;)

Alles hätte so schön sein können.. der Herbst kam, dann der Winter… irgendwann im Januar 2008 bekam Taylor eine Kinnakne. Die habe ich letztendlich auch mit homöopathischen Mitteln in den Griff bekommen..

Mitte/Ende Februar 2008 fiel mir auf, dass Taylor hinter dem Ohr/am Hals eine kahle Stelle bekam. Die Haut sah nicht verändert aus, es war nur kein Fell mehr da! Und da beging ich den größten Fehler.. ich ging zum Tierarzt. Ich musste doch abklären lassen, ob das ein Pilz oder eine Allergie oder sonstwas war… aber es war ein Fehler – hätte ich gewusst, dass auch da nicht viel bei rumkommt, hätte ich es gelassen. Denn da fing das Ende an. Bei diesem Tierarztbesuch hörte unsere Tierärztin Taylor sehr, sehr lange ab. Dabei fielen ihr Unregelmäßigkeiten in Taylors Herzschlag auf. Sie riet uns zu einem Herzschall. Am 05.03.2008 war es soweit. Wir ließen Taylor schallen… es dauerte alles so lange und mein Kleiner war doch immer so sensibel und so ängstlich beim Tierarzt. Beim Schall kam heraus, dass er eine restriktive Kardiomyopathie (RCM) hat. Außerdem hatte er scheinbar FORL.

Wir waren geschockt. Und so traurig. Ausgerechnet unser kleines Sensibelchen hatte wieder einmal etwas.. und diesmal war es was wirklich Schlimmes.

Zuhause googelte ich mir die Finger nach RCM wund.. und mit jedem weiteren Link zu dieser Herzkrankheit wuchsen meine Sorgen und Ängste. Von den drei Kardiomyopathien HCM, DCM und RCM hat Taylor ausgerechnet die erwischt, die am wenigstens erforscht – weil selten – ist. Von den blödesten Zahnkrankheiten, hat Taylor auch ausgerechnet die Blödeste erwischt…

Er bekam Tabletten, jeden Abend eine halbe. Ich schöpfte langsam wieder Hoffnung, dass er vielleicht – trotz seines so kranken Herzens – doch noch ein paar schöne Jahre bei uns hat.

Eine knappe Woche nach dem Schall wurde Taylors rechte Pupille riesig.. sie reagierte nicht mehr auf das Licht, sie schloss sich einfach nicht. Wieder Anruf bei der Ärztin. Sie wollte Taylor sofort sehen. Also ein weitere TA-Besuch innerhalb so kurzer Zeit für Taylor. Unsere Ärztin konnte aber leider nicht so viel zu Taylors Auge sagen, hat den Blutdruck gemessen und Blut abgenommen und riet uns, eine Augenspezialistin aufzusuchen. Das Blutbild war der nächste Schock für uns. Seine Werte waren alle so durcheinander.. viele Werte sprachen für FIP! FIP verläuft IMMER tödlich! Nein, das konnte nicht sein. Nein, nein, nein. Natürlich war ich geneigt zu sagen: „Ach, das ist keine FIP. Die Ärzte schreien immer sofort FIP.“ Aber irgendwie fühlte ich, dass es vielleicht diesmal wirklich stimmen könnte.

Dann hatten wir endlich auch den Termin bei der Augenspezialistin. Taylor hatte ein Glaukom – besser bekannt als Grüner Star! Mein Taylor! Ausgerechnet. Wenn eine Katze FIP hat, zeigen sich übrigens häufig Veränderungen an den Augen. Nun, das war eine Veränderung! Ich war so verzweifelt und so wütend und traurig. Und dann kam Ostern. Ich hatte schon die ganze Woche so unglaubliche Angst vor den Feiertagen. Nicht unberechtigt. Freitagabend fiel uns auf, dass Taylor etwas schwerer atmete. Er fraß auch schon lange kaum noch Nassfutter – also bekam er Trockenfutter, so viel er wollte.  Alles, was Taylor wollte, hat er bekommen.

Diesen Freitagabend wollte er nicht mal mehr sein Trockenfutter fresen. Aber dann doch wieder ein bisschen Nassfutter, was ich ihm mit der Hand fütterte. Am Samstagmorgen war es noch nicht besser und wir beschlossen, in die Tierklinik zu fahren. Dort wurde er geröntgt. Das Röntgenbild schockte uns erneut. Sein Herz war stark vergrößert. Zusätzlich war sein Brustraum mit Flüssigkeit gefüllt. Das zusammen mit dem Herz führte dazu, dass die Luftröhre eingeengt wurde – daher seine Atemschwierigkeiten. Flüssigkeit im Brustraum = ich dachte natürlich sofort wieder an FIP, dort ist Flüssigkeit im Bauch oder der Brust typisch. Allerdings waren das auch alles Symptome eines kongestiven Herzversagens. Er hatte auch kein Fieber – das alles ließ mich schon wieder hoffen. Bei einem Herzversagen bestehen noch Chancen.. er bekam entwässernde Mittel gespritzt und wir durften ihn wieder mit heimnehmen. Es hätte eigentlich besser werden sollen. Wurde es aber nicht. Er konnte noch nicht mal mehr die Toilette besuchen – er musste sich kurz vorher lösen :( Ach sch***, mein armer, armer Schatz.. wir ließen ihn in Ruhe.. die brauchte er so dringend.

In der Nacht kam der erste Anfall. Es hörte sich an wie ein Knurren, nur viel zittriger.. ich kann es nicht beschreiben. Es war schrecklich. Dieser Anfall kam noch ein paar Mal – und dann habe ich in der Tierklinik angerufen (es war wohl so 04.00 Uhr morgens). Wir sind dann sofort losgefahren. Wir mussten ihn dort lassen. Es war so schrecklich.. mein armer Schatz, mein Mamakind, mein Tillymäuschen.. wir mussten ihn dort zurücklassen. Er kam in eine dieser Boxen, sein Bettchen haben wir ihm mit reingegeben. Er hatte Untertemperatur (spricht auch wieder für das Herzversagen), er hat eine Wärmelampe bekommen. Und dann mussten wir gehen.. er saß da so verloren.. Wie schrecklich wir uns gefühlt haben – aber das wird nichts dagegen sein, wie er sich gefühlt haben muss.

Ich konnte dann am Nachmittag anrufen und mich nach ihm erkundigen. Mein kleiner Taylor, der sich beim Tierarzt noch nie gewehrt hat, muss sich bei den Untersuchungen in der Klinik so gewehrt haben, dass er Valium gespritzt bekommen hat.. um ihn ruhig zu stellen.. wie schrecklich. Ich weiß nicht, ob es mich tröstet, dass er dann wenigstens in der Zeit, in der er unter Valium stand, kaum was mitbekommen hat und wohl keine Angst hatte..

Dann kam der 24.03., der Montag. Am Morgen musste Chris anrufen, ich hab es nicht übers Herz gebracht. Der Kardiologe ist wohl extra in die Klinik gekommen um ihn noch einmal zu schallen – diesmal mit einem Gerät („Farbdoppler“) mit dem man zweifelsfrei sehen konnte, dass er wirklich eine RCM hat.. Aber der Schall musste abgebrochen werden, da er sich wieder so sehr gewehrt hat. Ich kann mir das gar nicht vorstellen.. mein armer Schatz.

Am späten Nachmittag habe ich  noch einmal angerufen. Dieser sch* Anruf gab mir noch einmal Hoffnung.. ich klammerte mich an den Satz „Er ist stabil“ .. er hat wohl ganz ruhig geatmet, ohne Valium sogar, hat im Bettchen gelegen und hat gedöst.. Am Dienstag hätte ich ihn besuchen kommen dürfen. Ich habe mich so sehr gefreut, meinen Liebling wiederzusehen.

Kurz nach halb neun abends klingelte das Telefon. Ich erkannte die Nummer. Die Ärztin sagte nur „Es tut mir so leid…“ und wir sind fast zusammengebrochen. Nein, nein, nein, das durfte nicht wahr sein. Taylor durfte nicht tot sein. Es war aber so.. Taylor hat uns verlassen.. mit dem Gefühl, dass wir ihn verlassen haben.. er durfte nicht einmal zwei Jahre alt werden, durfte keine weiteren Sommer auf dem Balkon erleben, keinen richtigen Schnee sehen.. ich fasse es heute noch immer nicht. Er muss wohl ganz ruhig „eingeschlafen“ sein.. so, wie man es sich „wünscht“. Kurz vor 20.00 Uhr war sie noch einmal bei ihm – auch da atmete er ruhig.. kurz nach 20.00 Uhr ging sie noch einmal nach ihm gucken – da war er schon tot. Das Herz hat wohl „einfach“ aufgehört zu schlagen.. oh, warum nur? Er war doch mein kleines Mamakind.. ich habe Tomlyn doch versprochen, dass Taylor wiederkommt..

Der letzte Schritt = wir haben ihn im Garten einer Freundin meiner Eltern begraben können. Wir haben ihn in der Klinik abgeholt. Sind aufs Feld gefahren und haben uns von ihm verabschiedet. Ein letztes Mal haben wir ihn gestreichelt, ein letztes Mal habe ich ihn geküsst und ihm ein letztes Mal seine Öhrchen massiert – das mochte er immer so. Ich sage es immer wieder und nun auch hier: Selbst im Tod sah er noch so unglaublich schön und niedlich aus.. es ist unfassbar gewesen. Bis heute war ich noch nicht wieder an seinem Grab. Ich bringe es einfach nicht über mich. Ich finde es wunderschön, dass wir ihn begraben konnten an einem Ort, an dem wir ihn auch immer besuchen können und der von meiner Mama gepflegt wird.. Lavendel und Sonnenblumen wurden gepflanzt – wie schön! Aber ich schaffe es nicht, das Grab mal zu besuchen. Ich bringe es einfach nicht übers Herz …

Der 24.03.2008.. seitdem ist nichts, wie es mal war. Jeden Tag denke ich an Taylor, jeden Tag denke ich daran, wie er sich in der Klinik gefühlt haben muss.. das macht mich so unheimlich traurig. Bis heute weiß ich nicht, ob Taylor nun wirklich FIP hatte.. die Blutwerte sprachen teilweise dafür, die Veränderung am Auge auch.. allerdings kann das auch alles durch die Herzkrankheit gekommen sein. Wir hätten ihn obduzieren lassen können, um sicherzugehen. Denn leider kann meine eine FIP erst 100%ig nach dem Tod feststellen. Aber das hätten wir nie übers Herz gebracht. So lebe ich nun täglich mit der Angst um Tomlyn.. doch er war schon immer der Robustere der Beiden, war so selten angeschlagen.. ich glaube daran, dass er gesund bleibt!

Taylor wird immer mein über alles geliebtes Mamakind bleiben.. ich werde ihn nie vergessen…

Herzlichst…

  1. 2009 Dezember 5

    Liebe Melanie,

    nun kam ich endlich dazu, deinem Link zu folgen und ich habe eine Gänsehaut…. was für eine schreckliche Geschichte – ich kann das so gut verstehen….

    Es ist zwar schon eine Weile her, aber so ein Verlust ist einfach nur schrecklich, schließlich sind unsere Tiere vollwertige Familienmitglieder. Auch mir ging´s dermassen schlecht, wie es Britchy so schlecht ging. Ich tröste mich damit, dass sie von ihrem Leid erlöst ist und dass es ihr dort, wo sie jetzt ist, besser geht.

    Ich schicke Dir viele liebe Grüße und auch wenn es das Einzige ist, was uns bleibt: In unserem Herzen leben die Fellnasen auf ewig weiter.

    Fühl Dich mal lieb gedrückt,

    Kerstin

  2. 2009 Dezember 4

    … ehrliche und mitfühlende Tränen schicke ich Euch

  3. 2009 November 29

    Bin zufällig auf deinen Blog gestoßen und hab dann gleich diesen traurigen Eintrag erwischt und musste auch gleich heulen.
    Ich versteh dich ganz gut. Letztes Jahr im April ist unser Louis gestorben. Wohl ein Sekundentod. Möglicherweise ein Blutgerinnsel. Ich hab ihn auch nicht mehr untersuchen lassen. Hab das nicht übers Herz gebracht und ihn im Garten beerdigt.
    Trotzdem muss ich ständig an ihn denken und frag mich, was es nun wirklich gewesen ist und ob ich es hätte verhindern können.
    Viele liebe Grüße und alles Gute, Mel.

  4. 2009 November 29

    Sch… Melanie, nach deinem Kommentar eben auf meinem Blog habe ich auf deinem Blog gesucht was mit Taylor passiert ist.
    Ich sitze vor dem PC und heule Rotz und Wasser! Es tut mir so leid! Für Taylor und für euch! Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut … die Angst wenn eins deiner Tiere (ernsthaft) krank ist, wenn man sie in der Klinik lassen muss, die Angst vor dem Anruf … ich würde dir gerne meine schmerzhaften Erfahrungen zu dem Thema schreiben aber es geht gerade nicht,sorry!
    Traurige Grüße,
    Sylvia

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